Samstag, 5. Juli 2014

Ich packe meinen Koffer und nehme mit... Und warum ich keinen Mutterschutz habe


Auf Drängen meines Gemahls werde ich also mal langsam beginnen, die Kliniktasche zu packen. Er hat ja Recht, morgen beginnt die 36.Woche und so langsam sollte ich mich bereitmachen für das, was da kommt. Kinderwagen und Autositz stehen bereit. Das Bettchen ist ja schon seit Wochen aufgebaut, muss nur noch bezogen werden und Klamöttchen, Windeln und Co sind auch bereit für die neue Erdenbürgerin.
Je näher der Geburtstermin rückt, umso unwirklicher fühlt es sich für mich an, dass aus uns beiden Menschen in wenigen Wochen eine dreiköpfige Familie wird. Das muss man sich mal vorstellen. Was hat sich die Evolution dabei nur gedacht? :-) Wahrscheinlich sind meine Gedanken, die ich mir momentan mache, ganz normal: "Schaffen wir das?" "Und was ist, wenn...?" "Werden wir gute Eltern sein?" "Stellen wir uns das Abenteuer Familie zu leicht vor?" "Werden wir uns sehr verändern?" "Haben wir dann noch Zeit füreinander?" "Sind wir dann nur noch Eltern oder werden wir auch noch Paar sein?" "Wird sie zu einem von uns beiden eine engere Bindung haben?" "Werde ich es schaffen, immer mehr loszulassen, wenn sie in den Kindergarten kommt, zur Schule geht, ihre Ausbildung macht und irgendwann ausziehen wird?" "Werden wir ihr eine gute Erziehung bieten können?". Auf jeden Fall wird die kommende Zeit wahnsinnig spannend und ich freue mich so sehr auf unsere Tochter, unser so sehr gewünschtes Kind.

Eigentlich bin ich ja jetzt im Mutterschutz, tja, eigentlich. Da ich ja studiere und gerade Klausurenphase ist, ist Mutterschutz grad nicht wirklich drin. Ich versuche eben, so viel es geht noch zu machen, aber ich merke schnell, dass es so langsam eben doch anstrengender wird und ich aufpassen muss, mich nicht zu sehr zu stressen. Das ist leichter gesagt als getan. Das Lernen fällt mir echt schwer und vor jeder Klausur bin ich aufgeregt und während ich eine Klausur schreibe ist das Stresslevel natürlich auch ganz oben. Trotzdem achte ich natürlich darauf, dass unsere Tochter nicht zu viel Stress mitbekommt. So muss ich eben die ein oder andere Klausur im nächsten Semester schreiben, ist nun halt so. Klar wird es mit Kind nicht einfacher, aber wenn ich den Stress etwas entzerre und noch ein Semester dranhänge, dann wird das schon werden. Der Liebste und meine Eltern unterstützen mich da ganz toll. Der Liebste wird ein paar Monate Elternzeit nehmen, und meine Eltern haben sich auch schon als Babysitter angeboten/liebevoll aufgedrängt :-) Und dass der Liebste sich echt um alles kümmert, habe ich ja schon an der ein oder anderen Stelle erwähnt. Ich bin so unglaublich froh, ihn zu haben.

Eins muss ich noch erzählen, was mich wahnsinnig freut. Ein sehr guter Freund des Liebsten, also mehr sein Ziehvater eigentlich, baut uns eine Wiege fürs kleine Töchterlein. Er ist handwerklich sehr begabt und schreinert tolle Sachen und nun bekommt unsere Tochter eine Wiege von ihm. Wie sie aussehen wird, wissen wir noch nicht, aber ich bin mir sicher, sie wird ganz toll. Hach, ich freu mich so! Solche Geschenke, in denen viel Herz steckt, sind einfach die schönsten!
Mein Vater konstruiert fleißig einen Wickelaufsatz für die Kommode, die zukünftig als Wickelkommode dienen soll. Man beachte hierbei den ökologischen Hintergrund, dass er diesen Wickelaufsatz aus dem alten Hochbett von meinen Geschwistern und mir baut. Es ist immer wieder verblüffend, auf welche Ideen er kommt und wie er alte Dinge in neue umwandelt und wiederverwendet. Und meine Mama, die strickt fleißig für die Enkeltochter, eine süße Strickjacke mit Kapuze ist bereits fertig, an einem Paar Schühchen arbeitet sie noch und noch ein neues Projekt hat sie gestartet, da weiß ich aber noch nicht genau, was es wird. Alle sind wahnsinnig fleißig und bereiten alles für unsere Tochter vor, das wärmt mir das Herz. Hach.